emma66
  Mein Großvater, der Handwerker
 
Ich erinnere mich sehr gern an meinen Großvater. Er war ein hervorragender Handwerker. Leider kam diese Begabung bei seinem Fleischer-Beruf nicht unbedingt richtig zur Geltung. Noch dazu habe ich wenige Leute kennengelernt, die Tiere so gern mochten wie er. Das ist die Paradoxie schlechthin. Der Schreiner im Nachbarhaus hat ihm immer bei diversen Ställen und Volieren geholfen. Viele seiner Freunde kamen aus dem Fliesenleger-, Mauerer-, Maler- und Dachdecker-Handwerk. Immerzu wurde an unserem über hundert Jahre alten Haus irgendetwas repariert, ausgebaut, saniert etc. Besonders gern denke ich daran, als er mich noch vor den Fliesen-Experten fragte, ob ich ihm bei der Fliesenauswahl für das neue alte Bad helfen könne.

Nun ist es schon fast zehn Jahre her, dass mein Opa gestorben ist und ich vermisse ihn bis heute jedes Mal, wenn eine Wand gestrichen wird, Eine Leiter an der Wand steht oder ein Dach gedeckt wird. Diese Leute gehören zu den großen Künstlern. Ich bin mir sicher, dass mein Großvater solche Arbeiten auch gern hauptberuflich ausgeübt hätte. Seine Mutter aber war damals dagegen. Schlißlich hat man als Metzger drei Pfennige pro Stunde mehr verdient als die Tischler, die sie so kannte. Sonst hätte mein Opa gleich nebenan bei den Hallers anfangen können. Eine Gemeinheit. Aus diesen und vielen anderen Gründen kam es dann auch zum Bruch zwischen Mutter und Kind. Deshalb hat mein Großvater sein Heimatdorf verlassen und wurde in der Stadt Metzger. Als er selbst dann schon Kinder hatte, kam er zurück und konnte auch sie fürs Handwerk begeistern. Mein Vater ist gelernter Klempner und hat vor ca. 20 Jahren die Schweißerprüfung abgelegt, um in dieses Berufsfeld einsteigen zu können. Er hat es bis heute nicht bereut. Baugeräte, Gerüste etc. schweißen - das ist genau sein Ding! Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
 
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